Der Gartenrotschwanz wurde in diesem Jahr zum Vogel des Jahres 2025 gewählt. Diesen farbenprächtigen Vogel kann man mit etwas Glück auch im eigenen Garten entdecken.
Der Gartenrotschwanz ist ein schlanker Vogel, der etwas kleiner als ein Hausspatz ist. Männchen und Weibchen haben einen rotbraunen Schwanz, unterscheiden sich aber sonst deutlich. Während das Weibchen und die Jungtiere an Kopf und Brust aschgrau und am Rücken braungrau sind, ist das Männchen prächtig gefärbt. Auffällig sind seine helle weiße Stirn mit schwarzer Kehle, die orangerote Brust, der rostrote Schwanz sowie der graublaue Rücken.
Ein früher Sänger
Der Gartenrotschwanz ist ein flinker Singvogel, der immer in Bewegung ist. Typisch für ihn ist das ständige Zittern des Schwanzes und das Knicksen mit den Beinen. Schon früh am Morgen, fast eineinhalb Stunden vor Sonnenaufgang, beginnt der kleine Vogel zu singen. Er ist ein ausdauernder Sänger, der auch noch in der Abenddämmerung zu hören ist.
Ursprünglich ist der Gartenrotschwanz ein Waldbewohner, der in lichten Wäldern oder am Waldrand lebt. Einen ähnlichen Lebensraum findet er auch in Parkanlagen und Gärten mit altem Baumbestand. Darauf weist auch sein Name im Deutschen und Luxemburgischen hin.
Solche Strukturen findet er auch in gepflegten Streuobstwiesen, die ideal für ihn sind.
Ältere Obstbäume bieten natürliche Höhlen, die durch Astbruch entstanden sind, die für viele Vögel als Nistplatz interessant sind. Zudem zieht die reichhaltige Blüte der Obstbäume viele Insekten an und sorgt so für genügend Nahrung während der Jungenaufzucht.
Eine vielseitige Ernährung
Seine Nahrung sucht der Gartenrotschwanz von einer erhöhten Stelle aus, einer Ansitzwarte. Diese findet er hauptsächlich am Boden, wo er an Grashalmen sitzende Larven, Raupen, Schmetterlinge, Käfer, Fliegen absammelt. Vom Boden pickt er Spinnen, Ameisen und Weberknechte ab. Manche Insekten erbeutet er auch im Flug. Wenn Insekten rar werden, bedient er sich an Beeren.
Eine gefährliche Reise in den Süden
Sobald die ersten Männchen im April aus ihren Winterquartieren zurück sind, suchen sie sich ein passendes Revier, in dem es Nahrung und Nistmöglichkeiten gibt. Oft ist es dasselbe wie im Vorjahr. Mit ihrem Gesang machen sie ihren Anspruch auf das Revier geltend und versuchen so, ein Weibchen anzulocken.
Gartenrotschwänze haben in der Regel nur eine Brut mit ca. 5–7 Eiern. Während der Brutzeit können die Vögel oft mit einem Schnabel voll Futter in der Nähe des Nestes beobachtet werden.
Schon im September machen sich die Rotschwänze auf den Weg in den Süden. Die Reise von 6.000–8.000 km dauert mehrere Tage, sie ist weit und gefährlich. Besonders die Überquerung der Wüste Sahara ohne genügend Wasser- und Futterstellen ist eine Herausforderung. Aber auch der Mittelmeerraum, in dem viele Vögel gefangen werden, bedeutet eine große Gefahr für diesen Langstreckenzieher.
Was kann man für den Gartenrotschwanz tun?
Will man den Gartenrotschwanz fördern, so sollte man seinen Garten weniger intensiv mähen. Ein wöchentlich kurz gemähter Rasen bietet Insekten wenig Möglichkeiten zum Überleben. Das heißt jedoch nicht, nichts machen und wachsen lassen. Ungemähte Grasflächen sind schnell zu dicht für den kleinen Vogel.
Ideal ist es, wenn sich kürzer und höher wachsende Bereiche abwechseln. Deshalb nie die gesamte Rasenfläche auf einmal mähen.
Gibt es keine natürlichen Höhlen, so hilft ein Nistkasten mit großem Einflugloch (ca. 30×45 mm) bzw. ein speziell für den Gartenrotschwanz entwickelter Nistkasten.
Sensibilisierung in den Schulen
Jedes Jahr wird der Vogel des Jahres auch in den Schulen behandelt. Die Cyclen 3 und 4 der Grundschulen erhalten von natur&ëmwelt eine Broschüre, die über den Gartenrotschwanz informiert. Ein pädagogisches Dossier mit vielen Spielanleitungen ermöglicht es dem Lehrpersonal, diesen flinken Vogel im Unterricht vorzustellen.
Unter der Mitarbeit des Naturmusée konnte ein tolles Poster entworfen werden, das alle Schüler nutzen können. Das Ministerium für Umwelt, Klima und Biodiversität sowie das Ministerium für Bildung, Kinder und Jugend unterstützen diese Kampagne. Diese Materialien sind auch im Shop nature in Kockelscheuer erhältlich.
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Für alle Vogelfreunde und Sammler gibt es dort auch den diesjährigen Aufkleber des Gartenrotschwanzes. Es ist mittlerweile die 48. Auflage dieser Serie. Sie können ihn auch mit dem untenstehenden Payconiq Code (2€ +1€ Versandkosten) oder per Überweisung auf CCPL LULL LU071111 0089 0982 0000 mit dem Wortlaut „Sticker Vull Vum Joer“ bestellen.